„Sie haben sich wirklich einen Orden verdient“, sagt strahlend Angelika Heinz, die Leiterin des evangelischen Kindergartens in Karlsruher Stadtteil Neureut-Oberfeld. Schnell fügt sie hinzu: „Unsere Kinder haben extra welche gebastelt.“ Und natürlich hatten die Kleinen ihren Spaß daran, den großen Männern in weißer Arbeitskleidung die Trophäen um den Hals zu hängen.
Schließlich hatte doch das Team aus sechs Auszubildenden im Maler- und Lackiererhandwerk unter der Regie der Malermeister Rolf Weis und Helmut Scheib innerhalb von nur drei Tagen dem Musik-, dem Rhythmik- und dem Wickelraum, den Fluren sowie drei Waschräumen des Kinder-gartens samt Türen und Fenstern frische Farbe verpasst. Auch Pfarrer Heinrich Heinemann war des Lobes voll: „Unser Budget hätte die Arbeit in diesem Jahr nicht erlaubt. Nötig war’s aber.“
Dass der Geldbeutel der Kirche geschont wird, verdankt diese dem „Soci-al-Sponsoring-Projekt“ der Maler- und Lackiererinnung Mittelbaden, die so zum achten Mal Kindergärten und Altenbegegnungsstätten verschönerte. Die Neureuter Malerbetriebe Federlechner und Weinbrecht sowie die Fir-men Alshut, Eichsteller, Pottharst und Rinderspacher hatten je einen Aus-zubildenden abgeordnet; das Material im Wert von 700 Euro hatte die Neureuter Malerfirma Weis gestiftet.
„Wir haben rund 140 Stunden gearbeitet“, der gesamte Auftragswert liegt bei fast 4 000 Euro“, erklärte Innungsgeschäftsführer Hans-Gerd Ewald. Zustande kam das Projekt durch die persönliche Verbindung des stellver-tretenden Innungsobermeister Klaus-Peter Weis mit Pfarrer Heinrich Hei-nemann. Weis gehört als Neureuter zur Kirchengemeinde und ging selbst als kleiner Junge in diesen Kindergarten.
Für die Auszubildenden Axel Mionskowski, Kevin Weber, Steffen Pesch, Dennis Neukirchen, Andreas Kobelew und Vladislav Dreiling war das Ganze eine echte Herausforderung. „Wir kannten uns vorher nicht, sind aber sofort ein gutes Team geworden“, versicherte Andreas Kobelew, der mit 21 Jahren und im dritten Lehrjahr der Erfahrenste von allen ist.
Kindergartenleiterin Heinz ist zufrieden: „Die jungen Männer haben so was von sauber geschafft. Es gab überhaupt keinen Dreck.“ Die neue Farbe, ein zartes Frühlingsgrün, fand bei allen volle Zustimmung. Das Schmuck-band gibt den Räumen den letzten Pfiff, meinten alle. Für die umfangrei-che Arbeit bedankten sich die kleinen Mädchen und Jungs auf ihre eigene Art. Die 60 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren jubilierten: „Heut ist ein Tag, an dem ich singen kann“.
Einige Impressionen von dieser Aktion finden Sie hier.